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Ein Catahoula Leopard Hündin mit ihrem Welpen (Quelle: https://en.wikipedia.org/CatahoulaRedWhitePair_wb.jpg)

In der Welpenschule sind sie ein Hingucker, beim Gassigehen drehen sich die Menschen nach ihnen um. Keine Frage: Züchtungen mit dem sogenannten Merle-Faktor sind etwas besonderes. Ihre einzigartige Fellmaserung macht sie zu einer gefragten Rarität. Doch wie so häufig haben solche exotischen Züchtungen eine dunkle Schattenseite: Merle-Züchter selektieren ihre Hunde bewusst nach Gendefekten, um diese Ergebnisse zu erzielen. Dass dabei gravierende gesundheitliche Begleiterscheinungen in Kauf genommen werden, ist ein offenes Geheimnis. Der Markt von der Corona-Krise noch befeuert, und selbst viele Zuchtverbände geben sich ahnungslos.

Merle bedeutet „marmoriert“. Der Name bezeichnet einen Hund, dessen Fell an den normalerweise braun oder schwarz gefärbten Stellen eine deutliche Maserung aufweist. Ursache dafür ist ein Gendefekt auf dem Chromosom 10, der durch eine Auswahl bei der Paarung weitervererbt werden kann.

Typische Merle-Rassen sind Collies, Chihuahuas, Australian Shepherds, Dackel und Doggen.

Durch geschickte Paarungskombinationen lässt sich zwar das Risiko einer Erkrankung reduzieren, jedoch nicht vollständig ausschließen. Aus diesem Grund haben Merle-Hunde deutlich häufigere gesundheitliche Probleme und sterben sogar auffallend häufig, bevor sie ihre Geschlechtsreife erreicht haben. Typische Krankheiten sind:

  • Augenkrankheiten wie Spaltbildungen der Augenhäute (Kolobome)
  • stark verkleinerte Augen (Mikrophthalmie)
  • entrundete Pupillen (Dyskorie)
  • Erblindung
  • Taubheit
  • Deformationen des Skeletts oder der Geschlechtsorgane
  • Herzdefekte

Übrigens: Die Verpaarung zweier Hunde mit Merle-Faktor ist laut Tierschutzgesetz verboten. Besonders problematisch dabei ist, dass selbst Hunde, die den Gendefekt in sich tragen, nicht immer als Merle zu erkennen sind. Deshalb raten wir dringend dazu: Finger weg!

Mehr Infos zur Merle-Problematik findest Du hier:
https://vetevo.de/blogs/ratgeber/gescheckt-merle-faktor-beim-hund

3 Kommentare zu „Der Merle-Faktor: Mein Hund ist einzigartig – und krank“

  1. Hallo,

    Ich finde es unmöglich so einen oberflächlichen und schlichtweg falschen Beitrag ohne Quellen oder Nennung wissenschaftlicher Belege zu veröffentlichen. Es gibt keinen einzigen wissenschaftlichen Beweis noch Studien die belegen dass HETEROZYGOTE Merle Hunde, das heißt die das Gen nur 1-fach in sich tragen, irgendwelche gesundheitlichen Defizite haben. Die oben genannten Krankheiten treffen nur auf HOMOZYGOTE Merle zu, das heißt die das Gen doppelt vererbt bekommen. Dies ist wie schon erwähnt laut Tierschutzgesetz verboten. Heutzutage könnte man durch verantwortungsvolle Zucht doppelt verpaarte Merle zu 100% vermeiden da es dafür Gentests gibt. Und nicht außer acht lassen sollte man dass durch den Ausschluss von (GESUNDEN!) heterozygoten Merle aus der Zucht der Gen-Pool der Rassen so stark sinkt dass sich andere Erbkrankheiten und Inzucht extrem negativ auf die Rassen auswirken würde. Legal gezüchtete, d. h. heterozygote Merle sind nicht krank, sie sind keine Qualzucht. Wer etwas anderes behauptet tut dies ohne jeglichen wissenschaftlichen Nachweis.

    1. Hallo Melanie,
      vielen Dank für Deinen konstruktiven Kommentar. Leider gibt es unzählige Negativbeispiele, denn nur weil etwas verboten ist, wird es nicht trotzdem gemacht (siehe Atemwegsprobleme bei Frenchies oder Möpsen). Und Merle-Hunde werden eben häufig nur wegen ihres Aussehens gekauft – von naiven Besitzern, die sich wenig mit dem Thema auseinander gesetzt haben und meinen, mit einem Schnäppchen aus einem Kleinanzeigen-Portal einen günstigen Handel zu machen. Man muss sich nur die vielen Beschlagnahmungen aus illegalen Tiertransporten ansehen, um zu erahnen, wie groß das Problem ist. Und ja, ein verantwortungsvolle(r) Züchter(in) tut so etwas nicht. Eine davon arbeitet bei bello.dog 😉

  2. Es gibt inzwischen eine Stellungnahme von Labogen, die als Fachleute dieser „Stammtischgenetik“ deutlich widersprechen. Der Merle-Faktor führt nur in Dopplungen zu gesundheitlichen Problemen, weshalb das ja auch verboten ist. Der Merlefaktor allein, also auf EINEM Allel, hat keinen Einfluss auf die Gesundheit oder Langlebigkeit.

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