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„Bailey – ein Freund fürs Leben“: Warum Sie diesen Hundefilm besser nicht ansehen sollten

Liebe Hundefreunde, eigentlich wollte ich Werbung für diesen Film machen, der deutsche Verleiher Constantin hat mir zwei Kinotickets zur Verfügung gestlelt, unter der Bedingung, dass ich das Kinoplakat in meinem Salon aufhänge. Die Tickets hätte ich hier bei Facebook verlost.
 
Doch nun berichtet die amerikanische Nachrichtenseite TMZ, wie bei den Dreharbeiten von „Bailey“ (im Original „A Dog’s Purpose“) ein Schäferhund gequält wurde. Von den Machern wurde der Vorfall zwar bedauert, aber erst, nachdem er öffentlich wurde.
 
Konsequenterweise hätten die Produzenten die Tierträiner unverzüglichvom Filmset werfen müssen, aber das hätte wohl die Dreharbeiten in die Länge gezogen.
 
Wir sollten mit dem Boykott von „Bailey“ ein deutliches Zeichen für Hollywood und Babelsberg setzen, dass Tierschutz nicht nur ein Lippenbekenntnis sein darf. Deshalb bitte ich Sie: sehen Sie sich diesen Film nicht an.
 
Die Story in voller Länge:

Warum ich keine Schergeräte vom Discounter mag

Discounter Einkaufswagen„Wer billig kauft, kauft zweimal“ ist eine beliebte Begründung, die vor allem Heimwerker gerne in den Mund nehmen, um zu erklären, warum es unbedingt ein Akkuschrauber für 200 Euro sein muss und die billige Variante für 50 Euro es nicht genauso tut.

Den gleichen Spruch könnte ich benutzen, wenn es um Schergeräte geht – aber damit täte ich den Geräten unrecht. Sie sind für den Heimgebrauch in der Regel absolut ausreichend (genauso wie ein 50-Euro-Akkuschrauber, mit dem man ein paarmal im Jahr eine Schraube bewegt), denn man will seinen Hund ja nicht täglich, sondern nur alle paar Monate scheren.

Und trotzdem: Genau hier liegt das Problem, denn mit dem Scheren eines Hundes tut man seinem vierbeinigen Freund häufig keinen Gefallen. Der Hund soll sich ja in erster Linie wohlfühlen; und mit dem Scheren erreicht man vielfach das Gegenteil: Durch das Scheren wird nur das Deckhaar entfernt, während die Unterwolle nicht nur bleibt, sondern sich sogar vermehrt.

Das Ergebnis: Durch stetig zunehmenden Unterwollbesatz wird das Fell noch dichter, der Hund schwitzt und leidet bei warmen Temperaturen, obwohl viele Hundebesitzer eigentlich genau das Gegenteil erreichen wollten, nämlich ihrem Hund eine Kühlung verschaffen. Und das Deckhaar leidet häufig durch eine unsachgemäße Schur ebenfalls, weil es stumpf wird. Bis dann das Deckhaar nachgewachsen ist, können mehrere Jahre vergehen.

Wer Sie also Ihrem Hund in den Sommermonaten ein angenehm kühles Sommerkleid spendieren möchten, sollten Sie das Geld für eine Schermaschine lieber sparen und stattdessen in eine Unterfellbürste investieren – Ihr Hund wird es Ihnen danken! Sprechen Sie mich an, ich berate Sie gerne bei der Auswahl. Und natürlich unterstütze ich Sie auch gerne bei der Beantwortung der Frage, welche Haarpflege für Ihren Hund am sinnvollsten ist.

Was Sie vor Ihrem Hundefriseurbesuch wissen sollten

Bei der Fellpflege kann man grob von zwei unterschiedlichen Methoden sprechen: Scheren und Trimmen. Für Laien vereinfacht formuliert ist Scheren das, was man auch von der Schafschur kennt: Mit einer Schermaschine oder den passenden Scheren und Messern wird das Fell in Form gebracht.

Beim Trimmen geht es dagegen nicht so sehr um die Form, sondern um die Struktur des Fells. Vereinfacht gesagt: Alles, was locker sitzt, wird entfernt – insbesondere das Deckhaar. Für das Trimmen gibt es ebenfalls unterschiedliche Werkzeuge, in vielen Fällen kann man aber auch ohne Hilfsmittel einfach mit der Hand arbeiten, was durchaus Vorteile hat: Der Hundefriseur hat mehr Fingerspitzengefühl und kann präziser trimmen.

Gute Scheren sind für den Hundefriseur das A und O
Gute Scheren sind für den Hundefriseur das A und O: 1. lange Schere, 2. mittellange Schere, 3. Effilierschere, 4. lange Rundschere, 5. kurze Schere, 6. kurze Rundschere

Vorbereitung ist das A und O

Sicherlich ist jeder Hund erst einmal misstrauisch, wenn ein fremder Zweibeiner ihm oder ihr sprichwörtlich an die Wäsche geht. Aber viele Hunde gewöhnen sich schnell daran und genießen sogar den Besuch beim Hundefriseur! Ich habe mehrfach Hunde erlebt, die vor lauter Wohlgefühl sogar eingeschlafen sind.

Damit ihr Hund schon möglichst entspannt beim Friseur ankommt, sollten Sie ihn vorbereiten. Idealerweise ist der Hund frisch gewaschen und gekämmt. Wenn ihr vierbeiniger Freund noch nie beim Friseur war, ist es durchaus sinnvoll, wenn Sie die Haarwäsche und das Kämmern zu Hause selbst übernehmen.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie auch das Kämmen regelmäßig üben, damit der Hund diese Prozedur schon kennt, wenn er beim Friseur ist. Wichtig ist auch das Stehenbleiben auf einem Tisch, was man ebenfalls durchaus üben kann. Wenn der Hund mit der Höhe zurecht kommt, ist auch der Besuch beim Hundefriseur stressfreier für ihn, denn dann ist ein Festhalten oder gar anbinden (was ich nur sehr ungern tue) gar nicht notwendig.

Eine Eingewöhnung schon im Welpenalter ist durchaus empfehlenswert, weil ihr Hund dann besonders viel Vertrauen zu den Menschen hat. Ihr Hund bekommt dann erstmal einen Welpenschnitt, der allerdings erst ab einer bestimmten Haarlänge sinnvoll ist. Ich berate Sie gerne bei der Frage nach dem optimalen Zeitpunkt für den ersten Schnitt.

Häufig kommen Hundebesitzer mit frisch gewaschenen Hunden zur mir, was zwar gut gemeint ist, aber in den meisten Fällen das Scheren erschwert. Bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Coton de Tuléar und Bichon Frisé) ist ein Waschen nicht notwendig. Sollten Sie Ihren Hund waschen wollen, weil er stark verschmutzt ist, empfiehlt es sich, ihn bereits zwei bis drei Tage vor dem Scheren zu waschen, damit sich die Fellstruktur stabilisiert und es nicht zu „flauschig“ ist.

Hunde mit langem Haar sollten frisch gebürstet und gekämmt werden, bevor es ans Scheren geht. Natürlich kann ich diese Aufgabe auch für Sie übernehmen.

Das richtige Werkzeug für den passenden Schnitt

Für die Schur oder den Schnitt habe ich für jeden Rassetyp und jede Fellart das passende Werkzeug zur Hand. Wir unterscheiden zwischen einer Vielzahl von langen, kurzen und gebogenen Scheren, Effilierscheren, Handschermaschinen, Klippscheren und elektrischen Schermaschinen, für die es jede Menge unterschiedlicher Scherköpfe gibt.

Schergeräte für jeden Zweck
Schergeräte für jeden Zweck: 1. großes Schergerät für weiches Haar, 2. großes Akku-Schergerät für Feinarbeiten, 3. kleines Akku-Schergerät für Feinarbeiten , 4. großes Schergerät für grobe Arbeiten

Der passende Schnitt für jede Rasse

Für jede Hunderasse haben sich eigene Methoden zur Fellbehandlung etabliert. Letztlich bleibt es aber Herrchen oder Frauchen überlassen, ob sie/er sich an diese Standards halten will oder nicht. Ich berate Sie gerne, welche Methoden bei Ihrem Hund machbar sind und was man vielleicht besser bleiben lassen sollte.

Natürlich lassen sich nicht nur Rassehunde, sondern auch Mischlinge scheren oder schneiden. Rassestandards spielen für mich als Groomerin eine untergeordnete Rolle. Der Hund soll sich in erster Linie wohlfühlen, die Frisur sollte schön aussehen und das Fell sollte sich gut pflegen lassen. Auch wenn sich bei vielen Funktionären der Zuchtverbände das Nackenhaar aufstellt: Zuchstandards sind häufig nicht nur absolut nebensächlich, sondern beeinträchtigen ganz erheblich die Lebensqualität des Hundes.

Weiches und seidiges Haar braucht besondere Pflege

Es gibt Hunderassen, deren Haar sehr leicht verfilzt und die Kletten und andere Fremdkörper förmlich anziehen. Deshalb sollte für diese Rassen ein besonderes Augenmerk auf die Fellpflege gelegt werden. Geringe Verfilzungen sollte man am besten sofort mit der Hand entfernen, damit sich an dieser Stelle keine weiteren Knoten bilden.

1. Krallenschere, 2. feiner Kamm für Katzenfell, 3. Frisierkamm, 4. Trimm-Messer, 5. Coat King grob, 6. Coat King fein
1. Krallenschere, 2. feiner Kamm für Katzenfell, 3. Frisierkamm, 4. Trimm-Messer, 5. Coat King grob, 6. Coat King fein

Besonders pflegeintensiv sind häufig die Ohren und die Pfoten. Bei weichem Haar bilden sich zwischen den Pfoten oft lästige Knoten, die man mit der Schere entfernen sollte. Rassen mit starkem Haarwuchs in den Ohren neigen zur Verschmutzung und einer übermäßigen Produktion von Ohrenschmalz. Es ist besonders wichtig, dass die Ohren frei und sauber gehalten werden, weil die Ohren sonst nicht richtig belüftet werden können und dadurch hartnäckige Pilzinfektionen (Malassezien) entstehen können. Haare im äußeren Bereich werden gezupft oder geschnitten, im hinteren Bereich werden sie mit einer langen Pinzette vorsichtig entfernt.

Wie häufig sollte Ihr Hund zum Friseur gehen?

Diese Frage kann pauschal nicht beantwortet werden. Zum einen kommt es natürlich darauf an, wie intensiv sich der Hundebesitzer selbst um die Fellpflege kümmert. Und zum anderen ist der sinnvolle Intervall für einen Friseur-Besuch natürlich vor allem vom Felltyp abhängig. Daher möchte ich hier einige unterschiedliche Felltypen aufzählen und gleich ein paar Pflegetipps geben, damit Ihr Hund das ganze Jahr über so gut aussieht, wie nach dem Friseurbesuch 😉

Langhaar-Rassen

Hunderassen mit langen Haaren, also zum Beispiel Cavalier King Charles Spaniel, Tibet Terrier, Bolonka Zwetna oder Havaneser, sollten möglichst täglich gebürstet und gekämmt werden, damit das Fell seine Struktur und Form behält. Diese Aufgabe sollte wirklich ernst genommen werden, weil das Fell sonst schnell verfilzen und verknoten kann. Das Alter des Hundes spielt übrigens dabei keine Rolle: Auch Welpen und Senioren mögen die Fellpflege, die die Bindung zwischen Hund und Mensch stärkt.

Bei der Pflege mit Kamm und Bürste sollte ein Augenmerk auf die Länge des Fells gelegt werden, weil der Hund wie ein Wischmop den Schmutz aufnimmt, wenn der Fellbehang zu lang wird. In solchen Fällen sollte das Fell mit einer Schere auf die passende Länge zurückgeschnitten werden. Bei dieser Gelegenheit sollten auch die Pfoten freigeschnitten werden – und dabei auch gleich einen Blick auf die Länge der Krallen werfen und diese gegebenenfalls kürzen.

Wie oft zum Hundefriseur? Alle 1-3 Monate, abhängig vom persönlichen Pflegeeinsatz.

Rassen mit Deckhaar und Unterwolle

Hunderassen mit Deckhaar und Unterwolle, also beispielsweise Golden Retriever, Border Collie und Schäferhund, neigen zum starken Haarverlust, weshalb der persönliche Pflegeeinsatz des Herrchens oder Frauchens hier besonders gefragt ist. Eine allgemeine Aussage ist schwierig, weil es auch nicht zuletzt darauf ankommt, wie das Fell behandelt werden soll (natürlich gewachsen oder formbetont).

Wie oft zum Hundefriseur? Alle 2-4 Monate, mindestens aber 2x jährlich beim Fellwechsel

Rassen mit Trimmfell

Viele Hunderassen und vor allem viele Mischlingshunde haben ein Fell, das aus Deckhaar und Unterwolle besteht und aufgrund seiner Eigenschaften einer besonderen Pflege bedarf. Dazu gehören beispielsweise West Highland Terrier, Schnauzer und Rauhaardackel. Bei diesen Rassen fällt das lose Deckhaar nicht aus, sondern bleibt im Fell stecken und verhindert damit ein Nachwachsen des neuen Deckhaars. Die Folge: Der Hund empfindet mit der Zeit starken Juckreiz und entwickelt einen wachsenden Haarverlust. Das Deckhaar kann mit speziellen Trimmbürsten entfernt werden. Auf diese Weise lässt sich ein sogenannter „Rolling Coat“ erzielen, bei dem das Deckhaar in den verschiedenen Wachstums- und Reifestadien einen sehr harmonischen Eindruck bildet. Ich berate Sie gerne, wie sich bei Ihrem Hund am besten ein Rolling Coat erzielen lässt.

Begonnen werden sollte mit dem Trimmen bei Welpen ab dem dritten Monat. Entgegen der häufigen Laienmeinung ist das Trimmen übrigens nicht schmerzhaft für den Hund, weil ja nur die Haare entfernt werden, die ohnehin bereits abgestorben sind und sich ohne Mühe aus der Follikel ziehen lassen.

Wie oft zum Hundefriseur? Alle 2-4 Monate, je nach Stärke des Haarwuchses und Pflegeeinsatz