Was Sie vor Ihrem Hundefriseurbesuch wissen sollten

Bei der Fellpflege kann man grob von zwei unterschiedlichen Methoden sprechen: Scheren und Trimmen. FĂŒr Laien vereinfacht formuliert ist Scheren das, was man auch von der Schafschur kennt: Mit einer Schermaschine oder den passenden Scheren und Messern wird das Fell in Form gebracht.

Beim Trimmen geht es dagegen nicht so sehr um die Form, sondern um die Struktur des Fells. Vereinfacht gesagt: Alles, was locker sitzt, wird entfernt – insbesondere das Deckhaar. FĂŒr das Trimmen gibt es ebenfalls unterschiedliche Werkzeuge, in vielen FĂ€llen kann man aber auch ohne Hilfsmittel einfach mit der Hand arbeiten, was durchaus Vorteile hat: Der Hundefriseur hat mehr FingerspitzengefĂŒhl und kann prĂ€ziser trimmen.

Gute Scheren sind fĂŒr den Hundefriseur das A und O
Gute Scheren sind fĂŒr den Hundefriseur das A und O: 1. lange Schere, 2. mittellange Schere, 3. Effilierschere, 4. lange Rundschere, 5. kurze Schere, 6. kurze Rundschere

Vorbereitung ist das A und O

Sicherlich ist jeder Hund erst einmal misstrauisch, wenn ein fremder Zweibeiner ihm oder ihr sprichwörtlich an die WĂ€sche geht. Aber viele Hunde gewöhnen sich schnell daran und genießen sogar den Besuch beim Hundefriseur! Ich habe mehrfach Hunde erlebt, die vor lauter WohlgefĂŒhl sogar eingeschlafen sind.

Damit ihr Hund schon möglichst entspannt beim Friseur ankommt, sollten Sie ihn vorbereiten. Idealerweise ist der Hund frisch gewaschen und gekĂ€mmt. Wenn ihr vierbeiniger Freund noch nie beim Friseur war, ist es durchaus sinnvoll, wenn Sie die HaarwĂ€sche und das KĂ€mmern zu Hause selbst ĂŒbernehmen.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie auch das KĂ€mmen regelmĂ€ĂŸig ĂŒben, damit der Hund diese Prozedur schon kennt, wenn er beim Friseur ist. Wichtig ist auch das Stehenbleiben auf einem Tisch, was man ebenfalls durchaus ĂŒben kann. Wenn der Hund mit der Höhe zurecht kommt, ist auch der Besuch beim Hundefriseur stressfreier fĂŒr ihn, denn dann ist ein Festhalten oder gar anbinden (was ich nur sehr ungern tue) gar nicht notwendig.

Eine Eingewöhnung schon im Welpenalter ist durchaus empfehlenswert, weil ihr Hund dann besonders viel Vertrauen zu den Menschen hat. Ihr Hund bekommt dann erstmal einen Welpenschnitt, der allerdings erst ab einer bestimmten HaarlĂ€nge sinnvoll ist. Ich berate Sie gerne bei der Frage nach dem optimalen Zeitpunkt fĂŒr den ersten Schnitt.

HĂ€ufig kommen Hundebesitzer mit frisch gewaschenen Hunden zur mir, was zwar gut gemeint ist, aber in den meisten FĂ€llen das Scheren erschwert. Bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Coton de TulĂ©ar und Bichon FrisĂ©) ist ein Waschen nicht notwendig. Sollten Sie Ihren Hund waschen wollen, weil er stark verschmutzt ist, empfiehlt es sich, ihn bereits zwei bis drei Tage vor dem Scheren zu waschen, damit sich die Fellstruktur stabilisiert und es nicht zu “flauschig” ist.

Hunde mit langem Haar sollten frisch gebĂŒrstet und gekĂ€mmt werden, bevor es ans Scheren geht. NatĂŒrlich kann ich diese Aufgabe auch fĂŒr Sie ĂŒbernehmen.

Das richtige Werkzeug fĂŒr den passenden Schnitt

FĂŒr die Schur oder den Schnitt habe ich fĂŒr jeden Rassetyp und jede Fellart das passende Werkzeug zur Hand. Wir unterscheiden zwischen einer Vielzahl von langen, kurzen und gebogenen Scheren, Effilierscheren, Handschermaschinen, Klippscheren und elektrischen Schermaschinen, fĂŒr die es jede Menge unterschiedlicher Scherköpfe gibt.

SchergerĂ€te fĂŒr jeden Zweck
SchergerĂ€te fĂŒr jeden Zweck: 1. großes SchergerĂ€t fĂŒr weiches Haar, 2. großes Akku-SchergerĂ€t fĂŒr Feinarbeiten, 3. kleines Akku-SchergerĂ€t fĂŒr Feinarbeiten , 4. großes SchergerĂ€t fĂŒr grobe Arbeiten

Der passende Schnitt fĂŒr jede Rasse

FĂŒr jede Hunderasse haben sich eigene Methoden zur Fellbehandlung etabliert. Letztlich bleibt es aber Herrchen oder Frauchen ĂŒberlassen, ob sie/er sich an diese Standards halten will oder nicht. Ich berate Sie gerne, welche Methoden bei Ihrem Hund machbar sind und was man vielleicht besser bleiben lassen sollte.

NatĂŒrlich lassen sich nicht nur Rassehunde, sondern auch Mischlinge scheren oder schneiden. Rassestandards spielen fĂŒr mich als Groomerin eine untergeordnete Rolle. Der Hund soll sich in erster Linie wohlfĂŒhlen, die Frisur sollte schön aussehen und das Fell sollte sich gut pflegen lassen. Auch wenn sich bei vielen FunktionĂ€ren der ZuchtverbĂ€nde das Nackenhaar aufstellt: Zuchstandards sind hĂ€ufig nicht nur absolut nebensĂ€chlich, sondern beeintrĂ€chtigen ganz erheblich die LebensqualitĂ€t des Hundes.

Weiches und seidiges Haar braucht besondere Pflege

Es gibt Hunderassen, deren Haar sehr leicht verfilzt und die Kletten und andere Fremdkörper förmlich anziehen. Deshalb sollte fĂŒr diese Rassen ein besonderes Augenmerk auf die Fellpflege gelegt werden. Geringe Verfilzungen sollte man am besten sofort mit der Hand entfernen, damit sich an dieser Stelle keine weiteren Knoten bilden.

1. Krallenschere, 2. feiner Kamm fĂŒr Katzenfell, 3. Frisierkamm, 4. Trimm-Messer, 5. Coat King grob, 6. Coat King fein
1. Krallenschere, 2. feiner Kamm fĂŒr Katzenfell, 3. Frisierkamm, 4. Trimm-Messer, 5. Coat King grob, 6. Coat King fein

Besonders pflegeintensiv sind hĂ€ufig die Ohren und die Pfoten. Bei weichem Haar bilden sich zwischen den Pfoten oft lĂ€stige Knoten, die man mit der Schere entfernen sollte. Rassen mit starkem Haarwuchs in den Ohren neigen zur Verschmutzung und einer ĂŒbermĂ€ĂŸigen Produktion von Ohrenschmalz. Es ist besonders wichtig, dass die Ohren frei und sauber gehalten werden, weil die Ohren sonst nicht richtig belĂŒftet werden können und dadurch hartnĂ€ckige Pilzinfektionen (Malassezien) entstehen können. Haare im Ă€ußeren Bereich werden gezupft oder geschnitten, im hinteren Bereich werden sie mit einer langen Pinzette vorsichtig entfernt.